Schlagwort: Leichnam

aus dem Kunstmuseum Hamburg

Wenn in früheren Zeiten in Samoa ein Familienvater zum Sterben kam, wurden Boten ausgesandt, damit alle Familienangehörigen sich versammelten. Alle feinen Matten, die die Familie besass, wurden aut und um den Sterbenden gehäuft, damit er sich zum letzten Male an seinem Reichtum erfreuen konnte; denn die feinen Matten repräsentierten als Tauschobjekte einen hohen Wert und waren darum sehr begehrt.

Lautes Weinen und Klagen wurde angestimmt und die Götter und der „Dämon Tod“ um Mitleid angefleht. Im Schmerze schlugen sich die Verwandten und Freunde die Köpfe mit Steinen blutig.

Trat der Tod ein, so erfüllten Weinen und Wehklagen das Haus. Der Dämon und die Götter, eben noch um Hilfe angerufen, wurden nun geschmäht und beschimpft, weil sie die Bitten nicht erhört hatten. Dann ging man die Leichenfeier zu rüsten.

Junge Burschen schaufelten ein nur wenige Fuss tiefes Grab in der Nähe der Hütte und bedeckten Boden und Seiten mit Korallenstücken vom nahen Riff. Ebensolche Korallenplatten dienten nachher zum Schliessen des Grabes.

Der Leichnam wurde einigen alten Frauen überlassen, die ihn auf ein Lager von Rinderstoffen aufbahrten und ihn mit Kokosnussöl einrieben. In seltenen Fällen und nur bei hohen Häuptlingen wurde er einbalsamiert. Der am Morgen Gestorbene wurde meistens am Abend schon begraben, sonst am andern Morgen früh.

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aus dem Kunstmuseum Hamburg


Während meines fast sechsjährigen Aufenthaltes auf der Südsee-Insel Neu-Guinea und dem zugehörigen Bismarck-Archipel habe ich wiederholt Gelegenheit gehabt, teils aus eigner Anschauung, teils aus Schilderungen meines schwarzen Hauspersonals, die verschiedenen Bestattungsgebräuche der einzelnen Stämme kennen zu lernen.

Es würde an dieser Stelle für den beschränkten Raum zu weit führen, auf die sämtlichen, gänzlich von einander abweichenden, oft unglaublich komplizierten Zeremonien auch nur in kurzen Umrissen einzugehen; in alle aber lässt sich auch ohne den grossen Apparat der ethnologischen Analyse ein symbolischer Sinn hineinlegen, der bei den Gebräuchen einzelner Stämme unverkennbar in die Erscheinung tritt. Ich will mich darauf beschränken, eine Totenfeier der Salomons-Insulaner ausführlich zu schildern, die ohne Zweifel erkennen lässt, dass zwischen den Gebräuchen dieser Wilden und denen der Kulturvölker eine gewisse Aehnlichkeit besteht.

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