Schlagwort: Kautschuk

aus dem Kunstmuseum Hamburg


Am Dienstag, den 27. Juni, wurde in der Londoner Agricultural Hall durch den Earl of Selborne die Internationale Kautschuk-Ausstellung feierlich eröffnet. In der deutschen Abteilung, die auf Initiative und unter Mitwirkung der „Ständigen Ausstellungs-Kommission für die deutsche Industrie“ von einem eigenen deutschen Arbeitsausschuss organisiert ist, haben neben unseren kolonialen Instituten zahlreiche deutsche Gummi- und Kautschukwaren-Fabriken, chemische und Maschinen-Fabriken, auch Kautschuk-Importeure ausgestellt. Die unter Leitung eines eigenen Architekten nach einheitlichem Plane ausgestaltete deutsche Abteilung ist eine der schönsten und wirksamsten Gruppen der gesamten Ausstellung. Wie wir an der Hand unserer Spezialaufnahmcn unseren Lesern vor Augen führen können, zerfällt die deutsche Abteilung in drei besondere Gruppen, je eine für Deutsch-Ostafrika, Deutsch-Westafrika und die deutschen Südsee-Kolonien. Besonderer Beachtung erfreuen sich die auf der Ausstellung zum ersten Male vorgeführten Ergebnisse der mit erheblichem Kostenaufwand vom Kolonial-Wirtschaftlichen Komitee, Berlin, Unter den Linden 43, ins Werk gesetzten „Kautschuk- und Guttapercha-Expedition“. Ueber die Bedeutung des Kautschuks für die gesamte deutsche Industrie, über seine Kultur, Gewinnung und Verarbeitung haben wir schon des öfteren an der Hand illustrierter Artikel berichtet, und gezeigt, in welch erfreulicher Aufwärtsentwickelung die Kautschuk-Kultur in unseren Kolonien, besonderst Deutsch-Ostafrika, zurzeit begriffen ist. Die deutsch-ostafrikanischen Erfolge sind bekanntlich in England nicht unbeachtet geblieben, und englische Kautschuk – Interessenten brachten, zum Teil zu unverhältnismässig hohen Preisen, mehrere unserer Kautschukpflanzungen in ihren Besitz. So bedauerlich diese Tatsache an sich sein mag, so erfreulich sind andererseits die Erfolge deutschen Gewerbefleisses auf der Londoner Ausstellung, die für alle Kolonial-Interessenten ausserordentlich viel Anregung bietet.

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Kolonie und Heimat

aus dem Kunstmuseum Hamburg

Die Ausfuhr unsrer Kolonie Deutsch-Ostafrika ist in den Jahren 1900 bis 1907 bis von 4 ½ Millionen Mark auf rund 12 ½ Millionen Mark gestiegen. Mit der zunehmenden Erschliessung des Landes durch Eisenbahnen, insbesondere aber durch die Anlage von Plantagen wird der Wert der Ausfuhr immer weiter steigen und sich damit die Handelsbilanz der Kolonie immer günstiger gestalten. Leider ist das Ausland an der Gesamtausfuhr im Jahre 1906 noch mit 52 Prozent und Deutschland nur mit 48 Prozent beteiligt.

Mehr und mehr treten aber die im Plantagenbetrieb erzeugten Produkte in den Vordergrund und damit wird auch das Mutterland als Konsument an die erste Stelle rücken, sowie unsre heimische Industrie den gebührenden Anteil und Nutzen aus den Kolonien ziehen. Mit dem Jahre 1907 hat sich das Produkt der von einer ganzen Anzahl von Plantagengesellschaften sowohl im Norden wie im Süden der Kolonie angebauten Sisalagave, der Sisalhanf, die erste Stelle in der Ausfuhrstatistik erobert.

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Deutsch-Ostafrika Kolonie und Heimat