Schlagwort: Afrika

aus dem Kunstmuseum Hamburg

Wenn in früheren Zeiten in Samoa ein Familienvater zum Sterben kam, wurden Boten ausgesandt, damit alle Familienangehörigen sich versammelten. Alle feinen Matten, die die Familie besass, wurden aut und um den Sterbenden gehäuft, damit er sich zum letzten Male an seinem Reichtum erfreuen konnte; denn die feinen Matten repräsentierten als Tauschobjekte einen hohen Wert und waren darum sehr begehrt.

Lautes Weinen und Klagen wurde angestimmt und die Götter und der „Dämon Tod“ um Mitleid angefleht. Im Schmerze schlugen sich die Verwandten und Freunde die Köpfe mit Steinen blutig.

Trat der Tod ein, so erfüllten Weinen und Wehklagen das Haus. Der Dämon und die Götter, eben noch um Hilfe angerufen, wurden nun geschmäht und beschimpft, weil sie die Bitten nicht erhört hatten. Dann ging man die Leichenfeier zu rüsten.

Junge Burschen schaufelten ein nur wenige Fuss tiefes Grab in der Nähe der Hütte und bedeckten Boden und Seiten mit Korallenstücken vom nahen Riff. Ebensolche Korallenplatten dienten nachher zum Schliessen des Grabes.

Der Leichnam wurde einigen alten Frauen überlassen, die ihn auf ein Lager von Rinderstoffen aufbahrten und ihn mit Kokosnussöl einrieben. In seltenen Fällen und nur bei hohen Häuptlingen wurde er einbalsamiert. Der am Morgen Gestorbene wurde meistens am Abend schon begraben, sonst am andern Morgen früh.

Weiterlesen Totengebräuche im alten Samoa

Deutsche Schutzgebiete Südsee Kolonie und Heimat

aus dem Kunstmuseum Hamburg


Man soll nicht glauben, dass die Naturvölker keinen Wert auf die Pflege und Ausschmückung ihres äusseren Menschen legen, sie verwenden im Gegenteil in der Regel viel mehr Zeit darauf als bei uns der Durchschnittsmensch. Freilich ist ihr Streben dabei in der Regel nicht so sehr auf Reinlichkeit gerichtet — darauf legen sie meist gar keinen Wert —, als auf einen möglichst abenteuerlichen Aufputz. Und zwar tut sich nicht nur das schwache Geschlecht in dieser Hinsicht hervor, sondern vielfach im Gegenteil der Mann. Dies gilt namentlich auch für die Haartrachten. Freilich tragen viele Negerstämme lediglich ihren natürlichen wollhaarigen Krauskopf zur Schau und verzichten auf jede weitere Frisur, es gibt aber anderseits ebensoviele Stämme, denen der Aufputz ihres Kopfes sehr wichtig ist.

Weiterlesen Haartrachten der Eingeborenen in Afrika

Haartrachten der Eingeborenen in Afrika Kolonie und Heimat

aus dem Kunstmuseum Hamburg

Die jährliche Produktion auf den Feldern bei Lüderitzbucht hat jetzt den Betrag von über 800000 Karat erreicht. 5 Karat geben ziemlich genau 1 Gramm; 5000 Karat sind also 1 Kilo. Mithin beträgt das Gewicht aller im vergangenen Jahre geförderten südwestafrikanischen Diamanten ca. 160 Kilo, eine Last an der zwei kräftige Männer zu tragen haben. Die Diamantenförderung auf deutschem Gebiet macht gegenwärtig bis 1/7 bis 1/6 der Weltproduktion aus, deren Gewicht im ganzen auf reichlich 1000 Kilogramm oder etwas mehr als eine Tonne geschätzt werden kann.

In Südwestafrika schätzen Sachverständige den Wert der Lagerstätten in der Namib auf etwa 1 Milliarde Mk. oder, bei einem Durchschnittspreis von 25 Mk. für das Karat unsortierter Rohdiamanten, auf 40 Millionen Karat. Auch wenn die jährliche Förderung sich verdoppeln sollte, kann also noch mit einer Abbaufrist von Jahrzehnten gerechnet werden, vorausgesetzt, dass man die ursprünglichen Lagerstätten der Steine nicht findet. Ueberwiegend geht heute die Meinung dahin, dass die vulkanischen Blaugrundlager, denen sie wahrscheinlich gleich den übrigen südafrikanischen Diamanten entstammen, landeinwärts von dem Küstengebiet liegen, das sich von der Mündung des Oranjeflusses bis gegen die Walfischbai hin erstreckt Südwestafrikanischer Blaugrund ist an vielen Stellen bekannt; früher glaubte man, dass er nur tief im Innern in der Gegend von Gibeon vorkäme, aber die neuesten Untersuchungen haben gezeigt, dass es Blaugrund-„Pfeifen“ auch bedeutend weiter nach Westen gibt. Bisher haben sie trotz genauer mineralogischer Uebereinstimmung mit dem Blaugrund von Kimberley keinen Diamantengehalt gezeigt; es ist aber möglich, dass in Zukunft, vielleicht schon in naher Zukunft, im Innern der Namib die wirklichen Ursprungsstellen unserer Diamanten aufgefunden werden. Die deutsche Kolonialgesellschaft für Südwestafrika lässt eifrig danach suchen, und so gut wie sie in den letzten Monaten des abgelaufenen Jahres neue sekundäre Lagerstätten in der Nähe der Küste gefunden hat, so gut kann ihr das Glück auch noch im Innern beim primären Blaugrund blühen.

Weiterlesen Auf den Lüderitzbuchter Diamantenfelder

Kolonie und Heimat Lüderitzbucht

aus dem Kunstmuseum Hamburg


Es gibt in Südwest eine ganze Reihe von giftigen und ungiftigen Schlangen. Von den ersteren ist die Puffotter die häufigste. Naturgemäss haben die Eingeborenen grosse Angst vor Schlangen, sind sie doch mit ihren meist blossen Füssen, der oft geringen Bekleidung und durch das ständig Herumliegen und -hocken auf der Erde einer Bissgefahr weit mehr ausgesetzt als wir Weissen. Demnach ist auch der Abscheu vor den Tieren und die Wut auf sie bei ihnen noch bedeutend grösser als bei uns.

Trotz des häutigen Vorkommens giftiger Schlangen in Südwest passiert durch sie verhältnismässig selten ein Unglück. Das liegt wohl daran, dass die Schlange den Menschen eigentlich nie angreift, sondern sich nur zur Wehr setzt, wenn sie angegriffen wird. Allerdings betrachtet sie es noch als Angriff, wenn ein schlafender Mensch, bei dem sie untergekrochen ist, sich rührt und sie dabei anstösst.

Weiterlesen Schlangen in Südwest-Afrika

Deutsch-Südwestafrika Kolonie und Heimat