Rassenstandpunkt

aus dem Kunstmuseum Hamburg

Von Lüderitzbucht wird den „D. A. N.“ geschrieben: „Hier wurde vor dem Bezirksgericht ein Urteil gefällt, das mit seinem Drum und Dran die grösste Erregung in Lüderitzbucht hervorgerufen hat. — Ein aufsässiger Ovambo wurde von seinem Aufseher mit einem Schlag bestraft. Der Schwarze setzte sich zur Wehr und schlug und bedrohte den Aufseher mit einer Siebstütze. Dieser rief um Hilfe. Drei Diamantensortierer eilten herbei, befreiten den Aufseher und verprügelten den Ovambo. Sie mögen darin etwas weit gegangen sein. Dies selbst zugegeben, erscheint das Urteil ungewöhnlich: Der Aufseher sechs Monate Gefängnis, die Sortierer 600, 400 und 100 Mk. Geldstrafe. Aber dann das Sonderbarste: der Richter, der allerdings erst wenige Monate im Schutzgebiete weilt, liess nach Verkündigung des Urteils den Ovambo hereinrufen und ihm durch einen Dolmetscher das Urteil mitteilen. Dass der Ovambo, der auch geschlagen hat, bestraft wurde, ist bisher nicht bekannt geworden. — Wer’s nicht fühlt, wie durch diese Art der Rechtsprechung die Unbotmässigkeit und Aufsässigkeit der Eingeborenen systematisch gezüchtet wird, der wird es nie begreifen.

Wie die Bedeutung und Kraft des deutschen Heeres zum grossen Teil in seiner unnachahmlichen Disziplin begründet ist, so auch die wirtschaftliche und nationale Bedeutung der Kolonien im scharfen Rassenstandpunkte. Wer ihn untergräbt, gräbt den Kolonien das Grab. — Die Richtigkeit der Tatsachen vorausgesetzt, kann man dem nur zustimmen.

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