Deutsche Schutzgebiete Beiträgen

aus dem Kunstmuseum Hamburg

Grenzstreitigkeiten und Kap-Kairo-Bahn.

Der geheimnisvolle Schleier, der über den Vorgängen am Kiwusee lieg, ist immer noch nicht gelüftet. Man kann nicht gerade sagen, dass es ein erhebendes Schauspiel ist, wie die öffentliche Meinung in dieser Angelegenheit, die sie doch schliesslich auch etwas angeht, aufs Munkeln angewiesen ist. Wozu die Heimlichtuerei gut sein soll, ist eigentlich unerfindlich, sie weckt und nährt höchstens das Misstrauen, das seit dem Zanzibarvertrag unseligen Angedenkens uns nun einmal noch in den Gliedern steckt. Und die Meldungen der „Deutsch-ostafrikanischen Zeitung“ haben diesem Misstrauen erst recht Nahrung gegeben. Nach den von dieser Zeitung hartnäckig festgehaltenen Mitteilungen soll bereits ein deutsch – englischer Vertrag vorliegen, wonach wir den Engländern einen Teil der Landschaft Mpororo überlassen und ausserdem einen Streifen Landes, der es ihnen ermöglicht, die Kap-Kairo-Bahn ganz auf englischem Boden durchzuführen und so die absolute englische Vorherrschaft in Afrika auf alle Zeiten zu begründen. Es soll nach Angabe der erwähnten Zeitung bereits ein fertiger Vertrag beim englischen Gouvernement in Nairobi liegen. Diese Mitteilungen sind so ungeheuerlich, dass man sich sträubt, ihnen Glauben zu schenken. Die offiziöse „Köln.Ztg.“ behauptete denn auch neulich auf Grund von Meldungen aus London, dass in allernächster Zeit zwischen Deutschland, England und Belgien in Brüssel über die Besitzverhältnisse in der Gegend von Ruanda Besprechungen eröffnet werden. Ueber weiter gehende, auf die allgemeine Kongo-Politik bezügliche Abmachungen zwischen Deutschland und England sei nichts bekannt.

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Kolonie und Heimat Zentralafrika

aus dem Kunstmuseum Hamburg


Namutoni an der Etoscha-Salzpfanne gehört zu einer der schönsten Militärstationen von Südwest. Es liegt 105 Kilometer nördlich Tsumeb, der Endstation der Otavi-Eisenbahn.

Januar 1904 war die Station noch mit 4 Schutztrupplern beselzt und wurde von den Ovambos bei Ausbruch der Hererounruhen überfallen. Es hatten sich noch 3 Farmer nach der Station geflüchtet, sodass 7 Weisse gegen etwa 400 zum Teil gut bewaffneter Ovambos zu kämpfen hatten. Die kleine Besatzung hatte sich aber tapfer verteidigt und den Ovambos einen Verlust von 100 Toten und Verwundeten beigebracht (die Zahl ist aus einem Bericht eines Missionars aus dem Ovamboland) während von den Weissen keiner verwundet wurde, da diese auf dem Dache des damaligen Stationsgebäudes gut gedeckt waren. Das Abtreiben des auf Station befindlichen Viehs konnte nicht verhindert werden. Der Angriff erfolgte nachmittags gegen 3 Uhr und war von dem Unterkapitän Jude (Kapitän Nachales Stamm) geleitet; nach etwa 3 Stunden zogen sich die Ovambos zurück, um des nachts einen neuen Angriff zu machen. Da dieser nächtliche Angriff vorauszusehen war, verliess bei Eintritt der Dunkelheit die Besatzung die Station und eilte zu Fuss in der Richtung auf Grootfontein (186 Kilometer von Namutoni entfernt), der nächsten Militärstation.

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Deutsch-Südwestafrika Kolonie und Heimat

aus dem Kunstmuseum Hamburg


Bald, nachdem die Aufstände der Herero und Hottentotten niedergeschlagen waren, setzte eine starke Besiedlung des nunmehrigen Regierungslandes ein. Während früher diejenigen, die farmen wollten, grösstenteils aus den Händen der Eingeborenen Land kaufen mussten, stand jetzt fast alles Land den Farmern zur Verfügung.

Infolge des starken Landverkaufs machte sich bald ein grosser Mangel an Landmessern bemerkbar; denn jetzt musste bei Einteilung des Landes planmässig vorgegangen werden. Ausser einigen von Gesellschaften angestellten Landmessern sind etwa 25 Gouvernementslandmesser in Südwestafrika beschäftigt, von denen immer einer oder zwei einen Distrikt aufteilen. Die Zentralleitung liegt in Händen der Landesvermessung in Windhuk, der die drei Vermessungsämter Keetmanshoop, Omaruru und Windhuk unterstellt sind. Auf diesen Vermessungsämtern werden die Arbeiten der Landmesser durch Zeichner weiter bearbeitet. Während früher die Farmen durchweg trigonometrisch vermessen wurden, werden sie jetzt grösstenteils, besonders im ebenen Gelände durch Boussole und Messung vermittels eines Messbandes abgesteckt. Dadurch lässt sich die Arbeit wesentlich beschleunigen. Bei stark unterbrochenem Terrain, wo eine direkte Messung der Strecken sehr zeitraubend ist, werden auch jetzt noch die Farmen trigonometrisch oder vermittels des Messtisches durch Peilungen aufgenommen.

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Deutsch-Südwestafrika Kolonie und Heimat

aus dem Kunstmuseum Hamburg

Im Jahre 1896 wurde auf der Hauptversammlung der Deutschen Kolonialgesellschaft am 30. Mai darauf hingewiesen, dass zwischen Europäern und Eingeborenen in Deutsch-Südwestafrika mehrfach Ehen geschlossen worden und dass aus diesen Mischehen Bastards hervorgegangen seien. Da damals das vollständige Fehlen weisser Frauen im Schutzgebiet die Besorgnis erweckte, dass in der Kolonie eine minderwertige Mischlingsrasse entstehen könnte, trat die Deutsche Kolonialgesellschaft der Frage näher, deutschen Frauen und Mädchen die Auswanderung nach Südwestafrika zu erleichtern. Gestützt auf ein Gutachten des damaligen Landeshauptmanns, hat die Kolonialgesellschaft dem Gedanken der Uebersiedlung weisser Frauen und Mädchen jederzeit die weitgehendste Sympathie entgegengebracht, ihre Absicht unbeirrt ausgeführt und einer ganzen Reihe von Frauen und Mädchen die Ueberfahrt nach Südwestafrika kostenlos ermöglicht.

Seit dem Jahre 1898 bis heute sind auf Kosten der Deutschen Kolonialgesellschaft bezw. neuerdings des Kolonialen Frauenbundes, 806 Personen nach Deutsch-Südwestafrika gereist, und zwar:

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Frauenfrage Kolonie und Heimat