Deutsche Schutzgebiete Beiträgen

aus dem Kunstmuseum Hamburg

Die Wasserversorgung der Stadt Daressalam, die mit der Zeil eine der brennendsten lokalen Fragen geworden war, scheint nunmehr ihrer endgültigen Lösung entgegenzugehen. Nachdem die vor zwei Jahren eingeleiteten ausgedehnten Bohrversuche, die die Erschliessung angeblich von den Daressalam westlich vorgelagerten Pugu-Bergen herkommender unterirdischer Wasserströme bezweckten, vollständig ergebnislos verlaufen sind, hat man sich in jüngster Zeit entschlossen, auf die reichen, seit Jahren erbohrten, vorzüglichen, bisher aber nur zum Teil für die Zwecke der Schiffswasserversorgung benutzten Quellen in der näheren Umgebung Daressalams zurückzugreifen. Die Herstellung der Wasserleitungen, Reservoire, Hausanschlüsse usw. soll einer privaten Gesellschaft übertragen werden, die zur Sicherung ihrer Rechte eine langjährige, dritte ausschliessende Konzession erhalten soll und das für die europäischen und farbigen Einwohner Daressalams erforderliche Nutzwasser zu bestimmten und angemessenen Preisen liefern muss. Es ist bedauerlich, dass es nicht möglich gewesen zu sein scheint, die Wasserversorgung Daressalams durch eine kommunale Einrichtung zu sichern, denn gerade derartige Anlagen eignen sich doch für einen kommunalen Betrieb in besonderem Masse.

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Kolonie und Heimat

aus dem Kunstmuseum Hamburg

Die weissen Stellen auf der afrikanischen Landkarte schrumpfen immer mehr zusammen und bedecken sich unter der fleissigcn Arbeit der Forscher und Geographen mit Flüssen, Gebirgen und Ortsnamen. Wer heutzutage in eine unserer Kolonien geht, um Eingeborene zu studieren, die von europäischer Kultur noch ganz unberührt sind und die noch kaum einen Weissen zu Gesicht bekamen, muss schon erhebliche Strecken zurücklegen, um tief ins Innere zu gelangen, wo er seinen Wunsch erfüllt sieht. — Jedoch wird der gute Beobachter bald dahinterkommen, dass die Zivilisation sich durchaus nicht etwa von der Küste aus gleichmässig nach dem Innern zu ausbreitet, sondern dass sie sich zuerst auf einer schmalen Spur weit nach dem Hinterland zu bewegt, um sich dann von dieser Linie aus nach den Seiten hin zu verbreiten. Die Wege, auf denen die Kultur siegreich ins Innere vordringt, sind die grossen Handelsstrassen, die oft seit Hunderten von Jahren von eingeborenen Händlern benutzt werden. Dieser Händler, der ursprünglich nur sein Vieh oder seine Kolanusslasten auf langem schwierigen Wege ins Innere brachte und dafür Salz nach der Küste führte, ist der erste Pionier europäischer Kultur, der sich bald daran gewöhnt hat, europäische Errungenschaften, die mehr oder weniger nützlich sind, den Eingeborenen zu übermitteln. Auf diesem Wege haben sich dann Handelsniederlassungen etabliert, die unter der Leitung von Weissen stehen und ihrerseits wieder ihre Waren nach dem Innern vorschieben.

Kaum einen Tagemarsch abseits von dieser Verkehrsader trifft man häufig noch auf unverfälschtes Buschleben und findet Eingeborene, die den Weissen nur vom Hörensagen kennen.

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Kolonie und Heimat

aus dem Kunstmuseum Hamburg

Die Selbstverständlichkeit, mit der wir heut tagtäglich aus den Zeitungen telegraphische Meldungen aus allen Teilen der Kulturwelt und vielfach selbst schon aus den unkultivierten Gegenden entgegennehmen, lässt die meisten Menschen gar nicht dazu kommen, sich einmal klar zu machen, welch ungeheure Summe von Intelligenz, Unternehmungsgeist, Mühen und Sorgen erforderlich war, um der Welt den heutigen, wunderbar zuverlässigen Seekabelbetrieb zu schenken. Hier und da halten wohl Laien die Kabeltelegraphie heut, wo wir die drahtlose Telegraphie besitzen, schon wieder für veraltet, aber jeder Sachkenner wird uns bestätigen, dass davon gar keine Rede sein kann, dass vielmehr beide Arten der Telegraphie sich ergänzen, aber kaum jemals vollwertig zu ersetzen vermögen.

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Kolonie und Heimat

aus dem Kunstmuseum Hamburg

Wenn in früheren Zeiten in Samoa ein Familienvater zum Sterben kam, wurden Boten ausgesandt, damit alle Familienangehörigen sich versammelten. Alle feinen Matten, die die Familie besass, wurden aut und um den Sterbenden gehäuft, damit er sich zum letzten Male an seinem Reichtum erfreuen konnte; denn die feinen Matten repräsentierten als Tauschobjekte einen hohen Wert und waren darum sehr begehrt.

Lautes Weinen und Klagen wurde angestimmt und die Götter und der „Dämon Tod“ um Mitleid angefleht. Im Schmerze schlugen sich die Verwandten und Freunde die Köpfe mit Steinen blutig.

Trat der Tod ein, so erfüllten Weinen und Wehklagen das Haus. Der Dämon und die Götter, eben noch um Hilfe angerufen, wurden nun geschmäht und beschimpft, weil sie die Bitten nicht erhört hatten. Dann ging man die Leichenfeier zu rüsten.

Junge Burschen schaufelten ein nur wenige Fuss tiefes Grab in der Nähe der Hütte und bedeckten Boden und Seiten mit Korallenstücken vom nahen Riff. Ebensolche Korallenplatten dienten nachher zum Schliessen des Grabes.

Der Leichnam wurde einigen alten Frauen überlassen, die ihn auf ein Lager von Rinderstoffen aufbahrten und ihn mit Kokosnussöl einrieben. In seltenen Fällen und nur bei hohen Häuptlingen wurde er einbalsamiert. Der am Morgen Gestorbene wurde meistens am Abend schon begraben, sonst am andern Morgen früh.

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