Die Wasserversorgung der Stadt Daressalam

aus dem Kunstmuseum Hamburg

Die Wasserversorgung der Stadt Daressalam, die mit der Zeil eine der brennendsten lokalen Fragen geworden war, scheint nunmehr ihrer endgültigen Lösung entgegenzugehen. Nachdem die vor zwei Jahren eingeleiteten ausgedehnten Bohrversuche, die die Erschliessung angeblich von den Daressalam westlich vorgelagerten Pugu-Bergen herkommender unterirdischer Wasserströme bezweckten, vollständig ergebnislos verlaufen sind, hat man sich in jüngster Zeit entschlossen, auf die reichen, seit Jahren erbohrten, vorzüglichen, bisher aber nur zum Teil für die Zwecke der Schiffswasserversorgung benutzten Quellen in der näheren Umgebung Daressalams zurückzugreifen. Die Herstellung der Wasserleitungen, Reservoire, Hausanschlüsse usw. soll einer privaten Gesellschaft übertragen werden, die zur Sicherung ihrer Rechte eine langjährige, dritte ausschliessende Konzession erhalten soll und das für die europäischen und farbigen Einwohner Daressalams erforderliche Nutzwasser zu bestimmten und angemessenen Preisen liefern muss. Es ist bedauerlich, dass es nicht möglich gewesen zu sein scheint, die Wasserversorgung Daressalams durch eine kommunale Einrichtung zu sichern, denn gerade derartige Anlagen eignen sich doch für einen kommunalen Betrieb in besonderem Masse.

Der erste Nachtbetrieb auf den Bahnlinien unsrer Schutzgebiete ist in Ostafrika einge ührt. Auf der Zentralbahn verkehrt seit dem 15. Mai auf der Strecke Daressalam—Dodoma wöchentlich einmal in jeder Richtung ein Eilzug, der Montags 8 Uhr früh Daressalam verlässt und am Dienstag 6,20 Uhr morgens Dodoma erreicht. Auf der bisherigen Uebernachtungsstation Kilossa ist ein Aufenthalt von zwei Stunden zwecks Einnahme von Erfrischungen. Während dieser Zug die 460 Kilometer lange Strecke, für die bisher zwei Tagereisen nötig waren, also in 22 Stunden zurücklegt, braucht der Gegenzug sogar nur 19 Stunden. Dieser geht nämlich Freitag abends 10,35 Uhr aus Dodoma und ist bereits am Sonnabend nachmittag 5,26 Uhr in Daressalam.

Weiteres aus Kolonie und Heimat:
Eine Straussenfarm in Deutschland
Wie der Neger in Togo wohnt
Deutsche Diamanten
Zur Frauenfrage in den deutschen Kolonien und andere Bekanntmachungen
Die Landesvermessung in Südwestafrika
Bilder aus dem Norden von Deutsch-Südwest: Namutoni
Koloniale Neuigkeiten
Deutschland, England und Belgien in Zentralafrika
Das Deutsche Institut für ärztlich Missionen in Tübingen
Bilder von der afrikanischen Schutztruppe
Die Kolonien in der Kunst
Der Handelsagent in Deutsch-Afrika
Bierbrauerei der Eingeborenen in Afrika
Samoanische Dorfjungfrau

Kommentare sind geschlossen.