Kategorie: Zentralafrika

aus dem Kunstmuseum Hamburg

Wohl kaum in einem andern Lande findet man den Unterschied zwischen zwei verschiedenen Volksstämmen so in bezug auf äusseres Aussehen und auf Lebensführung ausgeprägt, wie in Ruanda. Auf der einen Seite die Watussi, hohe, schlanke Gestalten mit hoher zurücktretender Stirn und schmaler, häufig etwas gekrümmter Nase, und auf der andern Seite die Wahutu, kleine Bantuneger mit platter Nase und infolge dauernder Arbeit ausgeprägten, starken Muskeln. Auf der einen Seite die ersteren, geborene Viehzüchter, die jede Arbeit als ihrer nicht würdig erachten und auf der andern Seite die letzteren, die fleissig jahraus jahrein ihr Feld bestellen und deren Pflanzungen man mustergültig nennen kann, so weit dieser Ausdruck überhaupt bei einer Tätigkeit eines Negers sich anwenden lässt. Die Wahutu sind die ursprünglichen Bewohner des schönen Hochlandes; die Watussi, die Eroberer, die mit Waffengewalt aus Südabessinien in das Land eingebrochen sind. Sieht man die Kinder des Sultans Mzinga bei der Uebung mit dem Speer, so wird man an die altägyptischen Wandgemälde mit ihren charakteristischen Gestalten erinnert. Jeder Mtussi hat einen oder auch, wenn er mächtiger ist, mehrere Berge und wohnt mit seinen Angehörigen und Verwandten oben auf dem Gipfel, während die auf seinem Eigentum wohnenden Wahutu am Hange oder auch im Tale wohnen. Das ganze Verhältnis der auf seinem Lande wohnenden Wahutu ist das der Hörigkeit und drückt sich in der Lieferung von Lebensmitteln an den Grundeigentümer, den Mtussi, aus. Je mehr Wahutu auf dem Lande sitzen und je grösser das Abhängigkeitsverhältnis derselben zu den Watussi ist, um so besser ist deren Versorgung mit Lebensmitteln sicher gestellt, zumal wenn er an den Hof seines Sultans Mzinga nach Nyanza geht. Der Mtussi arbeitet ja in seinem Heim überhaupt nichts, seine einzige Beschäftigung besteht in der Beobachtung und sachgemässen Wartung und Pflege seiner Rinder.

Weiterlesen Die Bewohner von Ruanda

Kolonie und Heimat Zentralafrika

aus dem Kunstmuseum Hamburg


Rindentuch, d. h. zu Tuch geschlagene Baumrinde, wird von tropischen Völkern aller Breiten seit Menschengedenken angefertigt und benutzt. Wohl kein Naturvolk hat diese Kunst des Rindentuch-Schlagens zu einer solchen Vollkommenheit gebracht, wie die Waganda, die Einwohner des Königreiches Uganda am Victoriasee. Von dort ist diese hochentwickelte Kunst auf die stammverwandten Völker des deutschen Nachbargebietes übergegangen und auch dort zu grosser Vollkommenheit gelangt.

Weiterlesen Die Herstellung von Rindentuch in Zentralafrika

Kolonie und Heimat Zentralafrika

aus dem Kunstmuseum Hamburg

Die Vogelwell Kameruns ist ziemlich reich an Arten. Bei dem Wasserreichtum des Landes treten natürlich die Schwimm- und Wasservögel in den Vordergrund. Die Flüsse und Sümpfe wimmeln von zahllosen Schwimmvögeln, Enten-und Gänsearten. Daneben treffen wir alle möglichen Arten von Störchen und Reihern. Der Wald ist von Papageien der verschiedensten Gattung, von Nashornvögeln, Pisangfressern (Turakos), Adlern, Aasgeiern, Falken und zahlreichen kleinen Vogelarten bevölkert.

Unter den Raubvögeln ist namentlich der Schopfadler zu nennen, der grösste Raubvogel Westafrikas.

Singvögel in unserm Sinne gibt es in Kamerun wie überhaupt in den Tropen nicht. Das fröhliche Gezwitscher und Jubilieren, das bei uns im Frühjahr und Sommer den Wald erfüllt, werden wir daher in Kamerun vergeblich suchen. Dagegen wetteifern die verschiedenen Vogelarten durch die Farbenpracht des Federkleides miteinander.

Wie in Ostafrika sind auch in Kamerun die Webervögel sehr häufig, ja man könnte sie fast die Spatzen Afrikas nennen. Die Männchen haben ein prächtig gelbes Federkleid, die Weibchen sind bescheiden grau gefärbt. In der Paarungszeit nimmt das Federkleid jedoch eine lebhaftere Färbung an.

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Kamerun Kunst in den Kolonien Zentralafrika

aus dem Kunstmuseum Hamburg

Der Kolonial-Haushaltsetat für das Jahr 1910 hat uns neben anderen angenehmen Ueberraschungen auch endlich eine Vorlage über den Weiterbau der Nordbahn, der ehemaligen Usambarabahn, bis zum Kilimandjaro, dem Wahrzeichen Deutsch-Ostafrikas, gebracht. ln der Vorlage ist offen ausgesprochen, dass der Entschluss zum Weiterbau, der Bahn das Ergebnis der Studienreise des Unterstaatssekrelärs v. Lindequist ist. Noch vor zwei Jahren war die Kolonialverwaltung dem Projekt der Nordbahn nicht sonderlich geneigt und es ist ihr damals von vielen Leuten sehr verdacht worden, dass seinerzeit für die Zentralbahn 700 Kilometer, für die Nordbahn nur 45 Kilometer gefordert wurden. Angesichts der Vorgänge in Ruanda kann man sich auch nicht völlig des Eindrucks erwehren, als ob die energische Förderung der Nordbahn, des künftigen nächsten Wegs nach Zentralafrika, damals wichtiger gewesen wäre.

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Abbildungen Kolonie und Heimat Zentralafrika