Kategorie: Lüderitzbucht

aus dem Kunstmuseum Hamburg

Die jährliche Produktion auf den Feldern bei Lüderitzbucht hat jetzt den Betrag von über 800000 Karat erreicht. 5 Karat geben ziemlich genau 1 Gramm; 5000 Karat sind also 1 Kilo. Mithin beträgt das Gewicht aller im vergangenen Jahre geförderten südwestafrikanischen Diamanten ca. 160 Kilo, eine Last an der zwei kräftige Männer zu tragen haben. Die Diamantenförderung auf deutschem Gebiet macht gegenwärtig bis 1/7 bis 1/6 der Weltproduktion aus, deren Gewicht im ganzen auf reichlich 1000 Kilogramm oder etwas mehr als eine Tonne geschätzt werden kann.

In Südwestafrika schätzen Sachverständige den Wert der Lagerstätten in der Namib auf etwa 1 Milliarde Mk. oder, bei einem Durchschnittspreis von 25 Mk. für das Karat unsortierter Rohdiamanten, auf 40 Millionen Karat. Auch wenn die jährliche Förderung sich verdoppeln sollte, kann also noch mit einer Abbaufrist von Jahrzehnten gerechnet werden, vorausgesetzt, dass man die ursprünglichen Lagerstätten der Steine nicht findet. Ueberwiegend geht heute die Meinung dahin, dass die vulkanischen Blaugrundlager, denen sie wahrscheinlich gleich den übrigen südafrikanischen Diamanten entstammen, landeinwärts von dem Küstengebiet liegen, das sich von der Mündung des Oranjeflusses bis gegen die Walfischbai hin erstreckt Südwestafrikanischer Blaugrund ist an vielen Stellen bekannt; früher glaubte man, dass er nur tief im Innern in der Gegend von Gibeon vorkäme, aber die neuesten Untersuchungen haben gezeigt, dass es Blaugrund-„Pfeifen“ auch bedeutend weiter nach Westen gibt. Bisher haben sie trotz genauer mineralogischer Uebereinstimmung mit dem Blaugrund von Kimberley keinen Diamantengehalt gezeigt; es ist aber möglich, dass in Zukunft, vielleicht schon in naher Zukunft, im Innern der Namib die wirklichen Ursprungsstellen unserer Diamanten aufgefunden werden. Die deutsche Kolonialgesellschaft für Südwestafrika lässt eifrig danach suchen, und so gut wie sie in den letzten Monaten des abgelaufenen Jahres neue sekundäre Lagerstätten in der Nähe der Küste gefunden hat, so gut kann ihr das Glück auch noch im Innern beim primären Blaugrund blühen.

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Kolonie und Heimat Lüderitzbucht

aus dem Kunstmuseum Hamburg


Lüdentzbucht bestand im Sommer 1908 aus einigen wenigen Häusern und hatte ungefähr 600 weisse Einwohner. Die meisten davon fanden nicht das nötige Einkommen und waren im Begriff, Lüderitzbucht zu verlassen. Die Bahn nach Keetmanshoop war fertiggestellt; der Bau der Nordsüdbahn stand in weiter Ferne; eine Besiedlung des Südens durch Einzelfarmer war nicht zu erwarten. Lüderitzbucht bot also dem Spediteur und Importeur nur geringe Aussichten auf Erfolge. Da, als die Not am grössten war, kam der Diamantensegen. Ein Eingeborener fand einige kleine Steine, die wegen ihres Glanzes seine Aufmerksamkeit erregten. Er zeigte sie seinem Vorgesetzten, einem Bahnangestellten. Dieser vermutete sofort, es seien Diamanten. Die Kostbarkeit des Fundes wurde von dem Vorsteher des chemischen Laboratoriums in Swakopmund bestätigt. Der Bahnangestellte errichtete nun in aller Ruhe um die Fundstelle herum so viele Schürfpfähle, wie er Schürfgebühren bezahlen konnte. Allmählich sickerte die Kunde von seinem Glücke durch, und die anderen Lüderitzbuchter zogen mit Schürfpfählen beladen hinaus und belegten die benachbarten Felder.

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