Kategorie: Hottentottenkrieg

aus dem Kunstmuseum Hamburg

Am 13. Januar 1904 wurde zu Windhhuk folgende Verordnung angeschlagen:

„Jeder, der Gerüchte über eine bevorstehende Erhebung der Herero verbreitet, wird mit Gefängnis nicht unter 14 Tagen bestraft.“

Die Absicht der Regierung war, einer, wie sie glaubte, unnötigen Beunruhigung der Gemüter vorzubeugen. Die Verordnung war ausnahmslos gegen Weiße gerichtet. Am 14. Januar brach im ganzen Hererolande der Aufstand aus. Die Gerüchte-Verbreiter hatten also doch recht gehabt. Kurz zuvor hatten die Bondezwarts, ein unbedeutender Hottentottenstamm ganz im Süden, in der Nähe des Oranje, den Kriegspfad betreten. Der Gouverneur Leutwein hatte alle verfügbaren Mannschaften — in der ganzen Kolonie standen kaum 800 Mann — zusammengerafft und war nach dem fernen Süden marschiert, neunhundert Kilometer von Windhhuk weg. Bisher galt Leutwein den abergläubischen Eingeborenen, die ihn stets aufrecht im Kugelregen stehen sahen, für unverwundbar. Nun verbreitete sich auf einmal die Mär, der gefürchtete Gouverneur sei gefallen. Daraufhin beschlossen die Herero den Abfall. Sie hielten es für möglich, alle Weißen im Lande zu ermorden oder in die See zu werfen. Das Geheimnis war sehr gut bewahrt. Nur einige Kinder von Europäern, die mit Eingeborenen-Kindern aufgewachsen waren und daher der Landessprache kundig waren, hörten, was im Werke sei. Allein die Regierung glaubte ihnen nicht. Nun war auf einen bestimmten Tag der allgemeine Aufstand angesetzt. An 150 weiße Männer und Frauen wurden niedergemacht. Nur dem Zufall, daß einige Stämme sich in dem Datum irrten, ist es zu verdanken, daß überhaupt noch von den deutschen Ansiedlern welche am Leben blieben. Durch Heliographen-Meldung wurde die Empörung der Herero nach Süden gemeldet. So konnte Hauptmann Francke durch einen kühnen Gewaltmarsch nach Windhuk kommen und die Stadt retten. Ebenso setzte sich Leutwein sofort in Bewegung. Als weitere Verstärkung wurde ein Seebataillon von 600 Mann nach Windhuk und von da weiter nach Osten beordert. Die Offiziere und fast alle berittenen Mannschaften dieses Bataillons gerieten jedoch in einen Hinterhalt bei Okarero, und der Rest des Bataillons wurde durch Typhus kampfunfähig gemacht. Es war klar: Die Politik der sanften Hand war gescheitert.

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Hottentottenkrieg