Kategorie: Frauenfrage

aus dem Kunstmuseum Hamburg

Zur Erleichterung der Eheschliessung zwischen deutschen Kolonialbeamten und deutschen Frauen hatte das Reichskolonialamt in letzter Zeit verfügt, dass den deutschen Bräuten von Schutzgebietsbeamten eine staatliche Beihilfe zu gewähren sei, wenn sie zwecks Vornahme einer Eheschliessung ihre Ausreise nach den Kolonien antreten. Die Auszahlung der Beihille sollte erst nach vollendeter Eheschliessung erfolgen, um Missbrauchen entgegenzutreten. Diese Vergünstigung ist in den letzten Monaten sehr häufig in Anspruch genommen worden, so dass die Eheschliessung von Kolonialbeamten mit deutschen Frauen in den Kolonien sich in einer aufsteigenden Linie bewegt. Bisher hatte einer Eheschliessung der Umstand im Wege gestanden, dass die Reise der Braut nach den Kolonien und der Transport des Heiratsgutes wegen Geldmangels nicht ausführbar war. Durch diese neue Verfügung dürfte auch den Mischehen entgegengearbeitet werden.

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Frauenfrage Kolonie und Heimat

aus dem Kunstmuseum Hamburg

Im Jahre 1896 wurde auf der Hauptversammlung der Deutschen Kolonialgesellschaft am 30. Mai darauf hingewiesen, dass zwischen Europäern und Eingeborenen in Deutsch-Südwestafrika mehrfach Ehen geschlossen worden und dass aus diesen Mischehen Bastards hervorgegangen seien. Da damals das vollständige Fehlen weisser Frauen im Schutzgebiet die Besorgnis erweckte, dass in der Kolonie eine minderwertige Mischlingsrasse entstehen könnte, trat die Deutsche Kolonialgesellschaft der Frage näher, deutschen Frauen und Mädchen die Auswanderung nach Südwestafrika zu erleichtern. Gestützt auf ein Gutachten des damaligen Landeshauptmanns, hat die Kolonialgesellschaft dem Gedanken der Uebersiedlung weisser Frauen und Mädchen jederzeit die weitgehendste Sympathie entgegengebracht, ihre Absicht unbeirrt ausgeführt und einer ganzen Reihe von Frauen und Mädchen die Ueberfahrt nach Südwestafrika kostenlos ermöglicht.

Seit dem Jahre 1898 bis heute sind auf Kosten der Deutschen Kolonialgesellschaft bezw. neuerdings des Kolonialen Frauenbundes, 806 Personen nach Deutsch-Südwestafrika gereist, und zwar:

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Frauenfrage Kolonie und Heimat