Kategorie: Deutsche Schutzgebiete Südsee

aus dem Kunstmuseum Hamburg

Wenn in früheren Zeiten in Samoa ein Familienvater zum Sterben kam, wurden Boten ausgesandt, damit alle Familienangehörigen sich versammelten. Alle feinen Matten, die die Familie besass, wurden aut und um den Sterbenden gehäuft, damit er sich zum letzten Male an seinem Reichtum erfreuen konnte; denn die feinen Matten repräsentierten als Tauschobjekte einen hohen Wert und waren darum sehr begehrt.

Lautes Weinen und Klagen wurde angestimmt und die Götter und der „Dämon Tod“ um Mitleid angefleht. Im Schmerze schlugen sich die Verwandten und Freunde die Köpfe mit Steinen blutig.

Trat der Tod ein, so erfüllten Weinen und Wehklagen das Haus. Der Dämon und die Götter, eben noch um Hilfe angerufen, wurden nun geschmäht und beschimpft, weil sie die Bitten nicht erhört hatten. Dann ging man die Leichenfeier zu rüsten.

Junge Burschen schaufelten ein nur wenige Fuss tiefes Grab in der Nähe der Hütte und bedeckten Boden und Seiten mit Korallenstücken vom nahen Riff. Ebensolche Korallenplatten dienten nachher zum Schliessen des Grabes.

Der Leichnam wurde einigen alten Frauen überlassen, die ihn auf ein Lager von Rinderstoffen aufbahrten und ihn mit Kokosnussöl einrieben. In seltenen Fällen und nur bei hohen Häuptlingen wurde er einbalsamiert. Der am Morgen Gestorbene wurde meistens am Abend schon begraben, sonst am andern Morgen früh.

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Deutsche Schutzgebiete Südsee Kolonie und Heimat

Abbildungen Deutsche Schutzgebiete Südsee Deutschlands Kolonien in Farbe

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aus dem Kunstmuseum Hamburg

Nach den letzten Mitteilungen unsres ermordeten Mitarbeiters W. C. Dammköhler.

Soeben ist aus Neu- Guinea die Trauerkunde eingetroffen, dass unser Mitarbeiter W.C. Daminköhler von Eingeborenen ermordet worden ist.

Wenige Tage vorher hatten wir noch von ihm den nachstehend abgedruckten Brief erhalten, nach dessen Inhalt man auf einen derart traurigen Abschluss seiner langjährigen erfolgreichen Pioniertätigkeit in der Südsee nicht gefasst sein konnte. Die Ermordung Dammköhlers ist umso unbegreiflicher, als er als der beste Kenner des Innern Neu-Guineas galt und ausgezeichnet mit den Eingeborenen umzugehen verstand.

Dammköhler ist am 29. Dezember 1858 in Wriezen a. d. Oder geboren. Nach zwanzigjähriger wechselvoller Tätigkeit in Australien und in der Südsee, namentlich in Holländisch-Neu-Guinca, wandte er sich den deutschen Kolonien zu, namentlich dem deutschen Teil von Neu-Guinca, dem Kaiser-Wilhelmsland. —

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