Kategorie: Deutsch-Südwestafrika

aus dem Kunstmuseum Hamburg


Es gibt in Südwest eine ganze Reihe von giftigen und ungiftigen Schlangen. Von den ersteren ist die Puffotter die häufigste. Naturgemäss haben die Eingeborenen grosse Angst vor Schlangen, sind sie doch mit ihren meist blossen Füssen, der oft geringen Bekleidung und durch das ständig Herumliegen und -hocken auf der Erde einer Bissgefahr weit mehr ausgesetzt als wir Weissen. Demnach ist auch der Abscheu vor den Tieren und die Wut auf sie bei ihnen noch bedeutend grösser als bei uns.

Trotz des häutigen Vorkommens giftiger Schlangen in Südwest passiert durch sie verhältnismässig selten ein Unglück. Das liegt wohl daran, dass die Schlange den Menschen eigentlich nie angreift, sondern sich nur zur Wehr setzt, wenn sie angegriffen wird. Allerdings betrachtet sie es noch als Angriff, wenn ein schlafender Mensch, bei dem sie untergekrochen ist, sich rührt und sie dabei anstösst.

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Deutsch-Südwestafrika Kolonie und Heimat

aus dem Kunstmuseum Hamburg

I. Abschnitt, II. Abschnitt, III. Abschnitt, IV. Abschnitt, V. Abschnitt, VI. Abschnitt, VII. Abschnitt, VIII. Abschnitt, IX. Abschnitt, X. Abschnitt.

Deutsch-Südwestafrika nimmt unser Interesse besonders dadurch in Anspruch, dass es die erste deutsche Kolonie war und für absehbare Zeit unsere einzige Besitzung ist, die eine Besiedelung mit Nordeuropäern möglich macht. Als ein nach Norden breiter werdendes, längliches Viereck erstreckt sich das Schutzgebiet durch 11 ½ Breitengrade zwischen dem Oranjestrom im Süden und dem Kunene im Norden, vom Atlantischen Ozean bis an und über 20° O. und steht längs des Tschobeflusses durch einen schmalen Streifen zweifelhaften Wertes mit Südafrikas wichtigster Handelsstrasse, dem Sambesi, in Verbindung. Mit 835100 qkm Flächeninhalt stellt es unsere zweitgrösste Kolonie dar, die das Mutterland noch um Zweidrittel seines Umfangs übertrifft. Freilich bezeichnet dieser ungeheuere Raum wie bei den andern Schutzgebieten nur unser Interessenbereich, mit dem sich unser eigentliches Machtbereich noch lange nicht deckt. Im Norden sind die Portugiesen, im Osten und Süden die Engländer unsere Grenznachbarn, und letzteren gehört auch die Walfischbai nebst einigen unbedeutenden Guanoinselchen.

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Deutsch-Südwestafrika Deutschlands Kolonien

Abbildungen Deutsch-Südwestafrika Deutschlands Kolonien in Farbe

aus dem Kunstmuseum Hamburg

Unsre Landsleute in den Kolonien müssen heutzutage noch manches entbehren, was uns ein selbstverständliches Erfordernis des Lebens ist. Wer nicht gerade in einer Hauptstadt sitzt, z. B. Windhuk, hat meist keinerlei Unterhaltung und Anregung. Drausscn auf einsamer Farm oder Militärstation isl’s damit besonders schlecht bestellt. Zum Zeitvertreib hält man sich da allerlei Getier, zieht junge Antilopen auf oder Affen, macht sogar junge Raubtiere zu Hausgenossen. Der Schulztruppler auf unserm Bild bemuttert einen jungen Springbock.

Das alte Tier ist ihm wohl auf der Jagd weggeschossen worden.

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Deutsch-Südwestafrika Kolonie und Heimat