Kategorie: Deutsch-Südwestafrika

aus dem Kunstmuseum Hamburg.

Im verflossenen Jahrgang (Nr. 6) haben wir die Zukunft des Tabaksbaus in Südwest erörtert. Mittlerweile hat sich nun herausgestellt, dass wirklich gute Aussichten vorhanden sind. Nicht nur unter dem Gesichtspunkt des Eigenverbrauchs im Lande kann heute vom Tabakbau in Südwest gesprochen werden, sondern die Qualität, die erzielt wird, berechtigt zu der Hoffnung, dass Tabak mit der Zeit auch als Ausfuhrprodukt eine Rolle spielen wird. Der Eigenbedarf des Landes ist ziemlich beträchtlich, da dem Tabakrauchen und Tabakkauen von den Eingeborenen — Männlein und Weiblein — mit Begeisterung gefrönt wird, und Tabak zum täglichen Deputat gehört, das der Dienstherr seinem schwarzen Personal zu verabreichen hat. Die schwarzen Herrschaften sind nun allerdings nicht sonderlich wählerisch in ihrer „Marke“. Ihretwegen brauchte man drüben nicht zur rationellen Tabakkultur überzugehen und sogar einen Tabakfachmann-Landwirtschaftsinspektor Wunderlich aus Heilbronn in Württemberg — hinüberkommen zu lassen. Das Kraut, das die Eingeborenen goutieren, hätten sich die Ansiedler selbst anbauen können, wie dies auch vielfach geschieht.

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Deutsch-Südwestafrika

aus dem Kunstmuseum Hamburg


Es gibt in Südwest eine ganze Reihe von giftigen und ungiftigen Schlangen. Von den ersteren ist die Puffotter die häufigste. Naturgemäss haben die Eingeborenen grosse Angst vor Schlangen, sind sie doch mit ihren meist blossen Füssen, der oft geringen Bekleidung und durch das ständig Herumliegen und -hocken auf der Erde einer Bissgefahr weit mehr ausgesetzt als wir Weissen. Demnach ist auch der Abscheu vor den Tieren und die Wut auf sie bei ihnen noch bedeutend grösser als bei uns.

Trotz des häutigen Vorkommens giftiger Schlangen in Südwest passiert durch sie verhältnismässig selten ein Unglück. Das liegt wohl daran, dass die Schlange den Menschen eigentlich nie angreift, sondern sich nur zur Wehr setzt, wenn sie angegriffen wird. Allerdings betrachtet sie es noch als Angriff, wenn ein schlafender Mensch, bei dem sie untergekrochen ist, sich rührt und sie dabei anstösst.

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Deutsch-Südwestafrika Kolonie und Heimat

aus dem Kunstmuseum Hamburg

I. Abschnitt, II. Abschnitt, III. Abschnitt, IV. Abschnitt, V. Abschnitt, VI. Abschnitt, VII. Abschnitt, VIII. Abschnitt, IX. Abschnitt, X. Abschnitt.

Deutsch-Südwestafrika nimmt unser Interesse besonders dadurch in Anspruch, dass es die erste deutsche Kolonie war und für absehbare Zeit unsere einzige Besitzung ist, die eine Besiedelung mit Nordeuropäern möglich macht. Als ein nach Norden breiter werdendes, längliches Viereck erstreckt sich das Schutzgebiet durch 11 ½ Breitengrade zwischen dem Oranjestrom im Süden und dem Kunene im Norden, vom Atlantischen Ozean bis an und über 20° O. und steht längs des Tschobeflusses durch einen schmalen Streifen zweifelhaften Wertes mit Südafrikas wichtigster Handelsstrasse, dem Sambesi, in Verbindung. Mit 835100 qkm Flächeninhalt stellt es unsere zweitgrösste Kolonie dar, die das Mutterland noch um Zweidrittel seines Umfangs übertrifft. Freilich bezeichnet dieser ungeheuere Raum wie bei den andern Schutzgebieten nur unser Interessenbereich, mit dem sich unser eigentliches Machtbereich noch lange nicht deckt. Im Norden sind die Portugiesen, im Osten und Süden die Engländer unsere Grenznachbarn, und letzteren gehört auch die Walfischbai nebst einigen unbedeutenden Guanoinselchen.

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Deutsch-Südwestafrika Deutschlands Kolonien

Abbildungen Deutsch-Südwestafrika Deutschlands Kolonien in Farbe