Kategorie: Deutsch-Südafrika

aus dem Kunstmuseum Hamburg


So am taufrischen Morgen ist es auf einer afrikanischen Farm wunderschön. Die Nachtkühle hat Menschen, Tiere und die umgebende Natur herrlich erfrischt. Ueber allem ruht noch eine bläulich fahle Dämmerung, die dem Ganzen eine so überaus eigenartige Stimmung verleiht. Bald zeigt sich der grosse leuchtende Sonnenball und überstrahlt alles mit grellem Licht.

Auf den Werften (so nennt man die Siedlungen der Eingeborenen) wird’s munter. Eine jede Werft besteht aus mehreren Familienpontocks: dem Kral (kreisförmige Dorneneinzäunung) für das Grossvieh und demjenigen für das Kleinvieh (Schafe und Ziegen) sowie dem pontockartigen Bau, der den Unterschlupf für die kleinen Lämmer bildet. Ruppig aussehende, bissige Munde, die meist die schönsten Namen haben, kläffen zwischendurch.

Weiterlesen Milchwirtschaft auf einer südafrikanischen Farm

Deutsch-Südafrika

aus dem Kunstmuseum Hamburg

Die Weltgeschichte macht heute geradezu Sprünge. Kaum acht Jahre sind vergangen, seit die südafrikanischen Freistaaten zusammengebrochen sind und das Burentum so daniederlag, dass man an ein Wiedererstehen dieses Volkes kaum mehr denken konnte.

Wir haben damit die schöpferische Kraft des Burentums weit unterschätzt, denn gerade das Burenelement ist es, das die neue südafrikanische Union zusammengebracht hat. Aeusserlich ist der Traum von Cecil Rhodes, ein geeinigtes Südafrika unter britischer Flagge, in Erfüllung gegangen, innerlich nähert sich aber das junge Staatengebilde mehr der Idee Ohm Krügers. Denn in Wirklichkeit befindet sich im neuen Südafrika das politische Uebergewicht in den Händen der Buren. Ob nun die führenden Burenkreise den Traum einstiger Selbständigkeit unter eigener Flagge endgültig begraben oder nur zurückgestellt haben oder ob sie einzusehen beginnen, dass es sich für ein kleines Volk unter dem Schutz und Schirm eines grossen Reiches doch besser leben lässt, wird die Zukunft lehren. Wir glauben, dass das letztere der Fall ist. Jedenfalls zeugt das Verhalten des Burentums während all der Jahre von viel politischem Verstand — oder besser gesagt — von einem grossen Mass von Bauernschlauheit. Wenige Jahre nach dem erbitterten Krieg entpuppten sich die Buren als so loyale Untertanen des britischen Reiches, dass ihnen für ihr Wohlverhalten schon 1905 Selbstverwaltung zugestanden wurde.

Weiterlesen Das neue Südafrika

Deutsch-Südafrika

aus dem Kunstmuseum Hamburg


Es muss ja eine Lust sein, in einem solchen hübschen Hause zu wohnen, wird mancher Leser von „Kolonie und Heimat“ sagen, wenn er die Abbildungen der Privat- und Beamtenhäuser aus Daressalam vor Augen hat. In der Tat ist, was die Wohnungsverhältnisse in unseren Kolonien anbetrifit, recht viel des Guten geschehen. Aber so glänzend bestellt, wie es auf manchem Bilde aussieht, ist es nicht überall. Der Europäer, besonders der Ansiedler im Innern des schwarzen Erdteils, begnügt sich noch vielfach mit einer recht primitiven Unterkunft, und der Reisende, Forscher, Offizier, Jäger ist auf lange Jahre hinaus noch auf das bewegliche Zelt angewiesen.

Weiterlesen Wie der Europäer in Südafrika wohnt

Deutsch-Südafrika Kolonie und Heimat

aus dem Kunstmuseum Hamburg


Zu den Heimsuchungen, welche die wirtschaftliche Entwicklung unserer afrikanischen Kolonien von Zeit zu Zeit hemmen, gehört die Heuschreckenplage. Im Jahre 1891 verwüsteten die Heuschrecken in Deutsch-Südwestafrika den grössten Teil der Ernten, in den Jahren 1894 und 1895 brachen ungeheure Schwärme in Deutsch-Ostafrika ein und riefen eine schwere Hungersnot unter den Eingeborenen hervor, ebenso im Jahre 1898, und seit 1899 machen sie sich auch in Togo verheerend bemerkbar. Aus Kamerun liegen derartige Beobachtungen noch nicht vor, da die europäischen Pflanzungen sich innerhalb des mächtigen Urwaldgürtels der Küstenzone befinden, in der die Heuschrecken der Steppen des Hinterlandes nicht einzudringen vermögen. Die schweren Schäden, die das britische Südafrika alljährlich durch die Heuschrecken erleidet, veranlasste die dortigen Behörden, systematische Massregcln zur Abwehr dieser Plage zu ergreifen. Auf der diesjährigen Heuschreckenkonferenz in Kapstadt, auf der auch das Gouvernement von Windhuk vertreten war, stellte der Leiter des entomologischen Instituts in Johannesburg fest, dass allein in Transvaal durch die Bekämpfung der Heuschrecken für 10 Millionen Mark Feld- und Gartenfrüchte gerettet worden seien; die Unkosten dafür beliefen sich auf rund 270000 Mark. Die Anregung, die Heuschrecken in ihrem hauptsächlichsten Brutherde, der Kalahari, aufzusuchen, wurde von der Konferenz wegen der grossen Kosten und ungenügenden Verkehrsmittel, sowie wegen Befürchtung eines Widerstandes der Eingeborenen denen die Heuschrecken zur Nahrung dienen, abgelehnt. Als bestes Mittel bewährte sich bisher die Infizierung der Schädlinge mit dem sogenannten Heuschreckcnpilz, mit dem auch bei Windhuk und in Deutsch-Ostafrika Erfolge erzielt wurden. Binnen zwei Wochen können damit die grössten Schwärme vernichtet werden. Sehr wichtig sind die Beobachtungen, dass der Pilz auch in der freien Natur auf Gräsern und niedrigen Büschen vorkommt, also in der näheren Umgebung von Farmen und Gärten gezüchtet werden kann. Um grosse Mengen des Heuschreckenpilzes zu sammeln, kehrt man an ihm eingegangene Heuschrecken haufenweise zusammen und lässt sie einige Tage hindurch an schattigen Stellen, am beste lose geschichtet in verdeckten Gruben, vom Pilz durchwuchern. Dann breitet man die Masse auseinander, lässt sie, stets von der Sonne geschützt, trocknen, zerstampft sie und bewahrt das Pulver in verschlossenen Gläsern auf oder streut es je nach Bedarf über Buschwerk und Rasenflächen aus und infiziert so das Futter der Heuschrecken. Neben dieser Pilzinfektion hat sich eine Arseniklösung als gutes Mittel bewährt.

Weiterlesen Die Heuschreckenplage in Südafrika

Deutsch-Südafrika Kolonie und Heimat