Kategorie: Deutsch-Afrika

aus dem Kunstmuseum Hamburg

Südwest ist durch den Krieg, der Tausende deutscher Soldaten übers Meer geführt hat, unsere volkstümlichste Kolonie geworden. Keine unserer überseeischen Besitzungen ist so vielfältig mit der Heimat verknüpft. Und noch etwas hat Südwest vor den anderen Kolonien voraus: die deutsche Frau und mit ihr deutsches Familienleben sind draussen heimisch geworden.

Als wir vor nunmehr fast zwei Jahren den Entschluss fassten, mit der Herausgabe unsres Werkes ein Anschauungs- und Belehrungsmittel für Schule und Haus zu schaffen, fühlten wir uns deshalb lebhaft versucht, zuerst Südwest zu schildern. Allein praktische Erwägungen Hessen uns davon Abstand nehmen. In Südwest war damals alles im Werden begriffen, und es war in vieler Hinsicht noch nicht zu übersehen, wie sich die Entwickelung schliesslich gestalten würde. Hätten wir seinerzeit den vorliegenden Band über Südwestafrika als ersten der Oeffentlichkeit übergeben, so wäre er heute sicher schon veraltet oder doch in verschiedenen Punkten unvollständig. Die Bevölkerung, die damals nach Selbstbestimmung im Staats- und Wirtschaftsleben rang, hat dieses Ziel erreicht, und ihre öffentliche Betätigung ist schon fast eine selbstverständliche Einrichtung geworden. Allenthalben sieht man unter dem Einfluss der Wirksamkeit der jungen Gemeinden die Siedlungen wachsen und sich ordnen. Die Berufsstände haben sich zu gemeinsamer Vertretung ihrer Interessen zusammengeschlossen, und die Wirkung ihrer Bestrebungen auf die Entwicklung Verschiedenerwirtschaftszweige lässt sich nicht verkennen. Schliesslich hat sich gerade in den letzten zwei Jahren erst die Wichtigkeit der Diamantengewinnung für die Zukunft der Kolonie herausgestellt, und wenn auch ihre Organisation noch mancherlei Wandlungen erfahren dürfte, so steht doch das eine fest, dass die Kolonie den heutigen grosszügigen Ausbau ihres Eisenbahnnetzes den Diamantenfunden verdankt.

Weiterlesen Eine Reise durch die deutschen Kolonien

Deutsch-Afrika Kolonie und Heimat

aus dem Kunstmuseum Hamburg


Bier wird in fast tanz Afrika getrunken, insbesondere in den Steppengebieten, wo von den Eingeborenen Körnerfrüchte gebaut werden. Als Material dienen meist Hirse und Mais. In dem Gebiet, wo „Kisuaheli“ gesprochen wird also in ganz Deutsch-Ostafrika und angrenzenden Gebieten, heisst das Gebräu „Pombe“, in der Verkehrssprache zwischen dem Nyassasee und dem Sambesi „Mowa“.

Weiterlesen Bierbrauerei der Eingeborenen in Afrika

Deutsch-Afrika Kolonie und Heimat

aus dem Kunstmuseum Hamburg


Hat in Hamburg in seinem Kontor
Seine Geschäfte pedantisch geleitet,
Freilich kommt’s ihm nun spanisch vor,
Wenn vor der Nase der Urwald sich breitet.
Wenn er die Feder, die hinter dem Ohr
Er gewöhnt war gemütlich zu tragen,
Nun mit dem Mausergewehr vertauscht,
Leben und Blut im Kampfe zu wagen,
Zu verteidigen die Magazine,
Die samt dem Hause er selber errichtet.
Maurer und Zimmermann zugleich,
Hat er die Steine und Planken geschichtet.
Hat das aus Matten bestehende Dach
Mit Hilfe der Schwarzen darüber gebreitet
Und dann den dicken, schwarzen Häuptling
Höchst verbindlich ins Wohnhaus geleitet.
Er, der mit Worten zu geizen gewohnt,
Er, der mit einem Federzug
Grosse Käufe oft abgeschlossen,
Hört es mit Staunen und ganz verdrossen,
Dass man wegen sechs Metern Kattun
Endlos redet in Kamerun.
So ein Neger hat immer Zeit,
Mit der grössten Gemütlichkeit
Feilscht er und lauscht er Gewehre und Rum
Gegen Erdnuss und Kautschuk um,
Betrachtet begehrlich die Stoffe, die bunten,
Und die Perlen, die glänzenden, glatten,
Bringt dafür kostbares Elfenbein
Und die zierlich geflochtenen Matten.
Bringt die Federn mit leuchtenden Farben
Und von allerhand Tieren die Felle,
Und dabei schwatzt so ein schwarzer Geselle,
Dass der arme Handelsagent
Fast aus der Haut vor Ungeduld rennt.
Aber noch anderes muss er leisten,
Und er zweifelt immer am meisten,
Ob es ihm wirklich wird gelingen
Ein mit Waren bepacktes Boot
Durch die Brandung des Meeres zu bringen.
Doch mit Hilfe der Eingeborenen
Bringt er wirklich auch das zustande,
Fährt bald die Flüsse auf und nieder,
Spielt sogar Schiffskapitän;
Kurz, zu Wasser und zu Lande
Könnt ihr ihn weise herrschen seh’n.
Als das herrlichste Fest wird’s gebucht,
Wenn ihn ein Europäer besucht.
Nationalität wird ear nicht beachtet,
Jeder als lieber Bruder betrachtet.
Und dann schliesslich mit feuchtem Blick
Bleibt der Agent in der Wildnis zurück,
Um unter Schwarzen als Pionier
Seinem Vaterlande zu dienen,
Und in friedlicher Arbeit ihnen
Näher zu bringen der Menschlichkeit Segen,
Deutschtum auf fremder Erde zu pflegen.

Weiterlesen Der Handelsagent in Deutsch-Afrika

Deutsch-Afrika Kolonie und Heimat