Autor: <span class="vcard">Deutsche-Schutzgebiete</span>

aus dem Kunstmuseum Hamburg

Von Kapitän z. S. z. D. J. F. Meuß1).

Die deutsche Flagge Übersee.

Uns, die wir in der Flagge das Sinnbild der Macht und Größe unseres Vaterlandes zu sehen gewohnt sind, für dessen Ehre und Verteidigung wir Blut und Gut einsetzen, will es fast unglaublich erscheinen, daß Merkel im Jahre 1848 mit Recht schreiben konnte2): „Es ist nirgends eine Spur, daß das heilige Deutsche Reich zu einer bestimmten Farbe sich bekannt hätte.“

Reichsfarben oder gar eine Reichsflagge im heutigen Sinne hat es im heiligen römischen Reiche deutscher Nation nicht gegeben. Was uns durch Beschreibung und Abbildung als Reichsbanner oder Reichsfarben überliefert ist, entspricht der früheren Kaiserstandarte, d. h. einem Zeichen, das die persönliche Anwesenheit des Reichsoberhauptes oder seine persönliche Befehlsführung über die Streitmacht des Reiches nach außen kenntlich machte.

1) Der Vortrag ist am 16. November 1917 gehalten worden. Er war dazu bestimmt, auf die während des Weltkrieges fast unbeachtete 50. Wiederkehr der Stiftung der schwarz-weiß-roten Flagge hinzuweisen. Wenn er jetzt am Ende des Krieges zum Druck kommt, wo die deutsche Flagge wieder zu einer offenen Frage geworden zu sein scheint, so wird er dazu beitragen können, daß diese Frage so gelöst wird, wie es deutscher Würde entspricht. Die deutsche Zukunft muß mit festem Willen an die stolze Vergangenheit der schwarz-weiß-roten Flagge geknüpft werden. Der Herausgeber.

2) Merkel, Das Banner des heiligen Deutschen Reichs. (Beilage zur Augsburger Allgemeinen Zeitung, Nr. 167 vom 15. Juni 1848.)

Als älteste bildliche Darstellung eines solchen Kaiserbanners wird ein zeitgenössisches Deckengemälde im Lateran zu Rom angeführt, das Karl den Großen zeigt, wie er ein Banner vom heiligen Peter empfängt, über dessen Aussehen die Beschreibungen allerdings so auseinandergehen, daß sich ein Eingehen darauf hier verbietet. Es sei nur bemerkt, daß dies rote Banner mit weißem Kreuze auch noch bei späteren Gelegenheiten erwähnt wird. Das gleiche gilt von einer roten Fahne mit dem Erzengel Michael, die Kaiser Heinrich I. und nach ihm sein Sohn Otto der Große führte.

Am 15. Oktober 1080 trug Gottfried von Bouillon Heinrich IV. das Reichsbanner in der Schlacht bei Merseburg gegen Rudolf von Schwaben voran. Dies war eine gelbe oder goldene Fahne mit einem schwarzen Adler. Erst unter Kaiser Friedrich I., Barbarossa, erhielt der Adler mit Bestimmtheit seine Stelle in dem Reichsbanner, während er sich schon unter Konrad II. 1031, 1036 und 1038 auf Siegeln des Kaisers findet.

Weiterlesen Die Deutsche Flagge

Die Deutsche Flagge

aus dem Kunstmuseum Hamburg


Am Dienstag, den 27. Juni, wurde in der Londoner Agricultural Hall durch den Earl of Selborne die Internationale Kautschuk-Ausstellung feierlich eröffnet. In der deutschen Abteilung, die auf Initiative und unter Mitwirkung der „Ständigen Ausstellungs-Kommission für die deutsche Industrie“ von einem eigenen deutschen Arbeitsausschuss organisiert ist, haben neben unseren kolonialen Instituten zahlreiche deutsche Gummi- und Kautschukwaren-Fabriken, chemische und Maschinen-Fabriken, auch Kautschuk-Importeure ausgestellt. Die unter Leitung eines eigenen Architekten nach einheitlichem Plane ausgestaltete deutsche Abteilung ist eine der schönsten und wirksamsten Gruppen der gesamten Ausstellung. Wie wir an der Hand unserer Spezialaufnahmcn unseren Lesern vor Augen führen können, zerfällt die deutsche Abteilung in drei besondere Gruppen, je eine für Deutsch-Ostafrika, Deutsch-Westafrika und die deutschen Südsee-Kolonien. Besonderer Beachtung erfreuen sich die auf der Ausstellung zum ersten Male vorgeführten Ergebnisse der mit erheblichem Kostenaufwand vom Kolonial-Wirtschaftlichen Komitee, Berlin, Unter den Linden 43, ins Werk gesetzten „Kautschuk- und Guttapercha-Expedition“. Ueber die Bedeutung des Kautschuks für die gesamte deutsche Industrie, über seine Kultur, Gewinnung und Verarbeitung haben wir schon des öfteren an der Hand illustrierter Artikel berichtet, und gezeigt, in welch erfreulicher Aufwärtsentwickelung die Kautschuk-Kultur in unseren Kolonien, besonderst Deutsch-Ostafrika, zurzeit begriffen ist. Die deutsch-ostafrikanischen Erfolge sind bekanntlich in England nicht unbeachtet geblieben, und englische Kautschuk – Interessenten brachten, zum Teil zu unverhältnismässig hohen Preisen, mehrere unserer Kautschukpflanzungen in ihren Besitz. So bedauerlich diese Tatsache an sich sein mag, so erfreulich sind andererseits die Erfolge deutschen Gewerbefleisses auf der Londoner Ausstellung, die für alle Kolonial-Interessenten ausserordentlich viel Anregung bietet.

Weiterlesen Deutschland auf der Internationalen Kautschuk=Ausstellung in London

Kolonie und Heimat

aus dem Kunstmuseum Hamburg

Zur Erleichterung der Eheschliessung zwischen deutschen Kolonialbeamten und deutschen Frauen hatte das Reichskolonialamt in letzter Zeit verfügt, dass den deutschen Bräuten von Schutzgebietsbeamten eine staatliche Beihilfe zu gewähren sei, wenn sie zwecks Vornahme einer Eheschliessung ihre Ausreise nach den Kolonien antreten. Die Auszahlung der Beihille sollte erst nach vollendeter Eheschliessung erfolgen, um Missbrauchen entgegenzutreten. Diese Vergünstigung ist in den letzten Monaten sehr häufig in Anspruch genommen worden, so dass die Eheschliessung von Kolonialbeamten mit deutschen Frauen in den Kolonien sich in einer aufsteigenden Linie bewegt. Bisher hatte einer Eheschliessung der Umstand im Wege gestanden, dass die Reise der Braut nach den Kolonien und der Transport des Heiratsgutes wegen Geldmangels nicht ausführbar war. Durch diese neue Verfügung dürfte auch den Mischehen entgegengearbeitet werden.

Weiterlesen Zur Erleichterung der Eheschliessung zwischen deutschen Kolonialbeamten und deutschen Frauen

Frauenfrage Kolonie und Heimat

aus dem Kunstmuseum Hamburg

Von Lüderitzbucht wird den „D. A. N.“ geschrieben: „Hier wurde vor dem Bezirksgericht ein Urteil gefällt, das mit seinem Drum und Dran die grösste Erregung in Lüderitzbucht hervorgerufen hat. — Ein aufsässiger Ovambo wurde von seinem Aufseher mit einem Schlag bestraft. Der Schwarze setzte sich zur Wehr und schlug und bedrohte den Aufseher mit einer Siebstütze. Dieser rief um Hilfe. Drei Diamantensortierer eilten herbei, befreiten den Aufseher und verprügelten den Ovambo. Sie mögen darin etwas weit gegangen sein. Dies selbst zugegeben, erscheint das Urteil ungewöhnlich: Der Aufseher sechs Monate Gefängnis, die Sortierer 600, 400 und 100 Mk. Geldstrafe. Aber dann das Sonderbarste: der Richter, der allerdings erst wenige Monate im Schutzgebiete weilt, liess nach Verkündigung des Urteils den Ovambo hereinrufen und ihm durch einen Dolmetscher das Urteil mitteilen. Dass der Ovambo, der auch geschlagen hat, bestraft wurde, ist bisher nicht bekannt geworden. — Wer’s nicht fühlt, wie durch diese Art der Rechtsprechung die Unbotmässigkeit und Aufsässigkeit der Eingeborenen systematisch gezüchtet wird, der wird es nie begreifen.

Weiterlesen Rassenstandpunkt

Kolonie und Heimat